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Geschichte der brasilianischen semi-ariden Region
Das Hauptinteresse galt der Küstenzone, wo Zuckerrohr angepflanzt und die Bäume “Pau Brasil” (Brasilholz) gefällt wurden. Das Schicksal des Sertão änderte sich drastisch mit der Einführung der Rinderhaltung als Fleisch- und Lederlieferant für die Küstenzone. Im Mittelabschnitt des Rio São Fran cisco wurde der erste Rinderpferch im Jahr 1640 errichtet.Dies war der Beginn einer Geschichte, die die semi-aride Region in Funktion von Außeninteressen instrumentalisierte und die eigentlichen Potentiale und Eigenschaften des Ökosystems nicht berücksichtigte. Rinder sind nicht an die klimatischen Bedingungen angepasst und schlechte Futterverwerter und wirken zerstörend auf das Ökosystem. Die Geschichte zeigt auch, dass es im semi-ariden Gebiet nie ein Landverteilungsprogramm gegeben hat, das die auf dem Land lebenden Familien begünstigt hätte. Im Gegenteil, das Gebiet (982.563,3 km2) war während 300 Jahren im Besitz einer einzigen Familie, der Feudalherren “Casa da Torre”. Die heute im semi- ariden Gebiet vorhandenen kleinen Anwesen stammen keineswegs aus geplanten und beabsichtigten Aktionen, sondern sind aus reinem Zufall entstanden. Dies wurde begünstigt durch die mangelhafte Kontrolle des Großgrundbesitzers. Eigenschaften des brasilianischen semi-ariden Gebietes
Doch dies dürfte an sich kein Hindernis für ein sicheres Auskommen sein. Das Ökosystem, die Caatinga mit seinen Pflanzen und Tieren, lebt sehr gut mit dieser Unregelmäßigkeit. Die Menschen müssen aus dem Verhalten der Natur lernen und klimagerecht leben. Der Untergrund der Region besitzt einige Eigenschaften, die die landwirtschaftliche Kapazität und Verfügbarkeit von Wasser beeinflussen. Die Karte im oberen Teil dieser Seite zeigt, dass annähernd 80% aus kristallinem Untergrund (Gneis, Granit etc.) bestehen mit flachgründigen Böden und ohne Grundwasserspiegel. Das Grundwasservorkommen findet man in Spalten und Rissen des felsigen Untergrundes, aber mit geringer Wassermenge; oft ist das Wasser salzhaltig. 20% bestehen aus sedimentärem Untergrund, in der Mehrheit aus Sandstein mit tiefen Böden, jedoch mit eingeschränkter Bodenfruchtbarkeit. Hier findet man große Wasservorkommen in guter Qualität. Eine ausführliche Broschüre zur semi-ariden Region von Harald Schistek, dem Gründer des IRPAA, steht für Sie als Download bereit.
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